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Gedenken an Sr. Lydia

“Das schönste Denkmal, das ein Mensch bekommen kann, steht in den Herzen seiner Mitmenschen”

Am 7. November 2012 ist Sr.Lydia auf dem Weg ins Mutterkloster nach Irland im Alter von 76 Jahren in Amsterdam verstorben.

Vor fast 50 Jahren hat Sr. Lydia ihre Heimat Südtirol verlassen und ist ihrer Berufung zur Missio gefolgt.  Mit viel Mut und
Tatkraft  hat sie sich in verschiedenen Ländern des afrikanischen Kontinents für Frauen und Kinder, für Arme, Kranke, Hungernde
und Obdachlose eingesetzt. Wenn sie auf Heimaturlaub nach Südtirol war, erzählte sie voller Begeisterung von ihrer Arbeit. Auch
ihre Freunde in Rinchnach besuchte sie gerne und ging dort an die St.Gunther Schule und erzählte und  begeisterte die Schüler für
die Not der ärmsten aller Kinder .

Sie verstand es, an den Herzen der Menschen zu rühren und deren Augen für die große Not der Mütter und Kinder zu öffnen. Vor
nunmehr fast 35 Jahren lernte Erich Mühlbauer von der Dritten-Welt-Runde KIRIKI,  der als Entwicklungshelfer in Kamerun war
Sr. Lydia kennen und war seither mit ihr in Verbindung. Seit 15 Jahren unterstützt die Initiativgruppe Sonnenblume Eine-Welt- e.V.
ihre Projekte. Durch Projektbesuche konnten wir uns davon überzeugen, dass jeder Euro gewissenhaft eingesetzt wurde. 

Auch viele private Spender aus Rinchnach geben gerne kleinere und größere Beträge. Wie viel Gutes ist daraus entstanden, wie viel
Hoffnung auf eine menschenwürdige Zukunft für so viele. So wurden unsere Spenden Brot für hungernde Kinder, zu Medizin für die
Kranken und Saatgut für Felder.

Ihrem letzten Projekt „Hands Of Care And Hope“ im Slum von Kariobangi in Nairobi Kenia galt ihre große Sorge bis zum Schluss. Sie
baute 5 Schulen und stellte dort die Betreuung von 1300 Kindern sicher, die sie auch mit Essen und Medikamenten  versorgte. Sie holte
auch Kinder aus der Mülldeponie, der größten Afrikas und begann sie behutsam an ein besseres Leben heranzuführen. Für Sr.Lydia war
Bildung die Grundvoraussetzung für eine bessere Zukunft.

In den letzten Monaten hatte sie furchtbare Schmerzen im Rücken und Hüfte, das machte ihr das Sitzen und Gehen unmöglich und fesselte
sie, die so tatkräftige und energische Frau ans Bett. Trotzdem hatte sie nur eine Sorge: Was wird aus den Kindern ? Wie geht es weiter ?
In unerschütterlichem Gottvertrauen meinte sie: Der Herr wird schon auf meine Kinder schauen! Und wie so oft in ihrem Leben wurde dieses
Gottvertrauen belohnt. Die Caritas Österreich und ein privater Großspender aus Linz arbeiten bereits seit Wochen an der Gründung einer
Stiftung und die verantwortliche Projektleiterin ist bereits vor Ort. Die kenianischen Mitarbeiter sind gut in den Verwaltungsablauf eingebunden.
So sind das Fortbestehen der 5 Schulen und die Betreuung der 1300 Kinder gesichert. Sr.Lydia konnte ihr Werk beruhigt in andere Hände
geben und sich auf den Weg nach Irland, heim ins Mutterhaus nach Dublin machen.

Am Morgen des 7.Novembers war die Heimreise schon in Amsterdam zu Ende und Sr.Lydia ist heimgegangen zum Herrn, auf dessen
Beistand sie ein Leben lang vertraut hat. Für dieses ermutigende Beispiel eines erfüllten Leben sagen wir aus ganzem Herzen:
Vergelt`s Gott, Lydia !

“Ich lege meine Slum Kinder in eure Hände. Bildung und Essen, das brauchen sie. Sie sind alles was ich im Leben gehabt habe, ich vertraue euch.”
Das war eine der letzten Bitten von Sr. Lydia bevor sie sich auf Ihre Reise nach Irland begab.

Wir werden uns bemühen so gut als möglich dieser Bitte zu entsprechen und mithelfen, - auch mit Eurer Hilfe - das Werk von Sr. Lydia fort zu führen
und zu unterstützen.

DSC_0564Lydia